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Oechsle / SG / Brix Umrechner

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Diese Umrechnungen setzen eine reine Saccharoselösung voraus und verwenden die SG-basierte Oechsle-Definition. Echter Most enthÀlt weitere gelöste Stoffe, sodass Messwerte leicht abweichen können.

â–¶Ăœber Oechsle und Mostgewichtsskalen

Oechsle (°Oe) ist die in Deutschland, der Schweiz und Luxemburg gebrÀuchliche Mostgewichtsskala. Sie gibt an, um wie viel Gramm ein Liter Most schwerer ist als ein Liter Wasser. Ein Most mit 85 °Oe ist 85 Gramm pro Liter schwerer als Wasser, was einer spezifischen Dichte von 1,0850 entspricht.

Spezifisches Gewicht (SG) ist das dimensionslose DichteverhĂ€ltnis, das in englischsprachigen Weinregionen verwendet wird. Es bildet die direkte BrĂŒcke zwischen Oechsle und Brix: Oechsle wird durch einfache Division in SG umgerechnet, wĂ€hrend die Beziehung zwischen SG und Brix ein kubisches Polynom erfordert (die NBS/ICUMSA-NĂ€herung), da Zuckerkonzentration und Lösungsdichte nicht linear zusammenhĂ€ngen.

Brix (°Bx) misst Gramm Saccharose pro 100 Gramm Lösung und ist die vorherrschende Skala in Amerika und Australien. Im deutschen Weinbau begegnet man Oechsle auf Laborberichten und bei PrĂ€dikats-Schwellenwerten, wĂ€hrend Brix in der internationalen Literatur und in Übersee-Kontexten hĂ€ufiger vorkommt.

Das deutsche Weingesetz knĂŒpft QualitĂ€tsbezeichnungen direkt an das Mostgewicht. Die Kenntnis des Oechsle-Äquivalents eines Brix-Wertes (und umgekehrt) ist unerlĂ€sslich, wenn man Erntedaten verschiedener Regionen vergleicht oder internationale Forschung neben deutschen PrĂ€dikatsanforderungen liest.

▶Oechsle im deutschen Weinrecht

Es gibt keinen einheitlichen bundesweiten Oechsle-Schwellenwert pro PrĂ€dikat. Die Mindestmostgewichte werden durch Landesverordnungen festgelegt und hĂ€ngen sowohl vom Anbaugebiet als auch von der Rebsorte ab. Der gesetzliche Mechanismus basiert auf einer Umrechnung in natĂŒrlichen Alkoholgehalt, definiert in der Weinverordnung (Anlage 8, zu §17). Die in englischsprachigen Quellen hĂ€ufig zitierten Spannen sind tatsĂ€chlich die Streuung der regions- und sortenspezifischen Mindestanforderungen, nicht ein einzelner gesetzlicher Wert.

Die Rebsorte ist entscheidend. Beispielhafte Mindestwerte fĂŒr Riesling: Kabinett bei 73 °Oe, SpĂ€tlese bei 85 °Oe, Auslese bei 92 °Oe. FĂŒr alle anderen Sorten liegen die Schwellen höher: Kabinett bei 76 °Oe, SpĂ€tlese bei 90 °Oe, Auslese bei 100 °Oe. Beerenauslese liegt bei 120 °Oe und Trockenbeerenauslese bei 150 °Oe fĂŒr alle Sorten. Diese konkreten Zahlen stammen aus reprĂ€sentativen regionalen Tabellen und weichen von den in englischsprachigen Wiki-Quellen genannten Spannen ab (z.B. „67 bis 85"), da verschiedene Regionen unterschiedliche Mindestwerte veröffentlichen.

Die Region kommt zur Sorte hinzu. Baden, Deutschlands wĂ€rmstes und sĂŒdlichstes Anbaugebiet, setzt durchweg höhere Schwellenwerte. SpĂ€tlese liegt in Baden je nach Sorte bei 86 bis 95 °Oe, Auslese kann 102 bis 105 °Oe erreichen. Andere Regionen liegen niedriger. Die hĂ€ufig zitierten Spannen (Kabinett ~67 bis 85, SpĂ€tlese ~76 bis 95, Auslese ~83 bis 110) sind als Bereiche vertretbar, aber jede einzelne Zahl spiegelt eine bestimmte Region-Sorten-Kombination wider, keine universelle Regel.

Beerenauslese und Eiswein teilen die gleiche Mostgewichtsanforderung, ĂŒblicherweise 110 bis 128 °Oe, wobei 120 °Oe ein hĂ€ufiger BA-Mindestwert ist. Trockenbeerenauslese beginnt bei 150 °Oe. Eiswein muss bei unter −7 °C geerntet und gepresst werden, wobei die Beeren vom Ernten bis zum Pressen durchgefroren bleiben mĂŒssen.